Samstag, 19. August 2017

'Schweres Gemüt' als Depression - Dysthymie veranschaulicht

Dysthymie


Dysthymia, (Missmut von altgriechisch (δυσθυμία): δυς (dys) = schlecht, schwer, miss- und θυμός (thymós) „Gemüt“ und auch bekannt als Dysthymie, Persistierende Depressive Störung, neurotische Depression, dysthymische Störung, oder chronische Depression, ist eine affektive Störung, die aus den gleichen kognitiven und physischen Mustern besteht wie die Depression, allerdings mit Symptomen, die weniger ernst sind und stattdessen weitaus länger andauern.Der Begriff wurde als ein Ersatz für den Ausdruck „depressive Persönlichkeit“ in den späten 1970ern eingeführt.

Das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM) definiert Dysthymia als eine ernste Form der chronischen Depression; sie ist weniger akut und schwerwiegend als eine schwere Depression. Da Dysthymia eine chronische Störung ist, ertragen Leidende ihre Symptome in der Regel für viele Jahre, bevor sie eine Diagnose erhalten, falls überhaupt eine Diagnose erfolgt. Dadurch können sie glauben, die Schwermütigkeit sei ein Teil ihrer Persönlichkeit, und sie erwähnen ihre Symptome in diesem Fall gegenüber Ärzten, Familienangehörigen oder Freunden nicht.

Anzeichen und Symptome


Video: Ich hatte einen schwarzen Hund
Das Video veranschaulicht prima, was ich über 3-8 Jahre gelebt habe. (JJ)

Dysthymia hat eine Reihe von typischen Merkmalen: wenig Energie und Antrieb, geringes Selbstbewusstsein, und eine geringe Kapazität für Freude im täglichen Leben. Mildere Formen von Dysthymia können dazu führen, dass man Situationen vermeidet, in denen Stress, Ablehnung oder Fehlschlag möglich sind. In ernsteren Fällen von Dysthymia zieht man sich möglicherweise sogar von alltäglichen Tätigkeiten zurück und findet wenig Freude an gewöhnlichen Unternehmungen und Zeitvertreib. Die Diagnose von Dysthymia kann sich als schwierig gestalten, denn die Symptome sind unterschwelliger Natur und können von den Patienten in sozialen Situationen oft gut versteckt werden, was es für Andere schwierig macht, sie zu entdecken.

Quellen: Wikipedia und Youtube


Meine persönlichen Erfahrungen


'500 shades of grey' ... ich bin bei Weiterbildungen zum Thema Depression dabei um mehr zu erfahren, wo depressive Erscheinung beginnen und wie sie sich allenfalls vermehrt zeigen. 

Aus persönlicher Erfahrung würde ich - leider eben rückblickend - meinen, ich wäre ab ca. 2004 bis ca. 2010 schleichend depressiv gewesen. Ich habe mich nicht gerade unter der Decke verkrochen, sondern war eher sinn'los und antriebs'los, ich fühlte keine raison d'être / keinen Daseins-Grund mehr. Haupterkenntnisse und Mega-Hürden dabei, ob für mich selber oder nahe Personen: 
  • Das hat damals niemand erkannt oder angesprochen, auch ich für mich nicht
  • Das habe ich im Zustand selber nicht bemerkt - erst Jahre später und mit Kenntnis
  • Es hat aber zu meinem Erstaunen vielleicht 6-8 Jahre angehalten und war da latent vorhanden. 

Noch heute kenne ich zwei Formen, wo ich mich auf mich achten muss: 
  • Formen von Leerlauf, die ich gar nicht mag. 
  • Und Formen von genüsslicher Melancholie im Herbst, die ich mag, da ich dann schreibe und zu schreiben vermag, wie sonst nicht. 

Das heisst aber auch: 
  • ich arbeitet in dieser Zeit, ich war im täglichen Leistungsgeschehen
  • ich erlebte es als Midlife-Krisis, kam nicht auf den Gedanken einer Langzeit-Depr.
  • ein enormer Selbst-Entschluss führte mich raus - das dauerte aber auch schier drei Jahre, bis ich wieder leicht und fröhlich leben lernte. Es brauchte ein enormes Ja. Denn wenn es ein Nein geworden wäre, hätte ich mich niemandem mehr zumuten wollen. Dahinter stehen Argumente der Selbstverantwortung: Wenn Leben, dann gut und so, dass du andere nicht belastest. Ich bin darin ganz zufrieden geworden. Den anderen soll es auch besser gehen :-))

Zusammengefasst: Was mich heute noch erschüttert, auch aus fachlicher Perspektive als Coach, ist, dass ich es selber nicht erfassen vermochte und es aber viel Lebenszeit gefressen und viel Etabliertes kaputt gemacht hat, was ich wieder aufbauen musste. Und anstelle des 'musste' steckt vielmehr, dass es zu einem 'Mögen-Wollen' geraten und gelingen "muss", sonst wäre es ja ein Zwang zu leben. Zu diesem Mögen zu gelangen, war vielleicht der Schlüssel.  

Das Video veranschaulicht prima, wie ich über 3-8 Jahre gelebt habe. Das begann ca. 2003.

Heute bin ich davon weg. Aber noch heute und jetzt gerade bin ich dankbar, dass das Video es mir nun möglich macht, anderen zu ‚zeigen‘, was mich über Jahre ausgemacht hat. Sich erklären zu können, wie später mit den Themen Hochbegabung / Hochsensibilität, waren für mich entscheidende Punkte am Weg von dort wegzukommen.

1 - Ich würde die Hypothese stellen, dass die Erscheinung eher "so eine Männer'Sache" ist, und ..

2 - auch für: Ich lernte von Frauen schneller in die Handlung zu kommen, sowie in gefühlte Laune von Leichtigkeit und Fröhlichkeit zurückzukehren. 

Das möchte ich, in Kenntnis der ICD-Klassifizierungen zum Thema Depression, in weitere Erfahrung bringen, um Klientel bzw. Menschen optimaler sehen/hören/erkennen zu können. 

Ich freue mich.