Sonntag, 5. März 2017

Zum SPIEGEL-Onlinebeitrag: Niedergang von Demokratie - Warum Populismus nicht die Ursache ist.

Der unten stehende Beitrag bezieht sich reflexiv auf den Beitrag im SPIEGEL von Johannes Tumfahrt, März 2017:


Was der Autor Thurmfart beschreibt liegt auf der Hand, wenn man schon nur die Werteorientierung einer Person, welche Selbstoptimierung betreibt, zu Ende denkt. Das war und ist abzusehen.

Zum Demokratischen gehört die Kraft und Ausdauer, Schwäche mitzutragen. Jetzt können Sie sich mit sich selbst befassen und Ihre eigenen Orientierungen ordnen. Sie drücken damit Ihre Werte aus.

Das macht zum Beispiel sichtbar, dass Siegmar Gabriel fürs Aushalten und Ausharren plädierte, das sprichwörtliche Mittragen von Bürden und "Schwächen", von Anstand und Miteinander, diesem "doofen Wir" - während Schulz wortstark die Zuversicht, neue Chancen, Formen von Glück und Verbesserungen propagiert. Sexy, irgendwie - die Leute folgen ihm. Selbst Frau Merkel ist in der Sache eines hoffnungsvollen Ausblicks zu trüb, zu formlos, da sie am liebsten exakt der Mitte nach die Seilschaft führt, was rüberkommt, als verhindere sie einzig den grösstmöglichen Schaden - auch ein Verdienst, aber ohne viel Aufsehen eben: zu wenig Aussicht, zu angepasst, form- oder profillos halt.

Bild by Jona Jakob / mit Jotter by SonyEricsson P800
Das menschliche Dilemma in der Sache, ob für Unternehmen oder einem selbst, als Mitarbeiterin und Mitarbeiter: Wie aus dieser "Zwickmühle" raus? Ich "muss" optimieren, was meist wettbewerbsorientiert ausgelegt wird. Ich "muss" also gewinnen und andere "Zweite oder Zurückliegende" erzeugen. Mit jeder Marktleaderschaft erzeuge ich "Looser". Wie demokratisch bin ich noch? Welches ist meine Werteorientierung als Mitarbeiter, als Privatperson, als Familienmitglied für die Zukunft meiner Kinder? Welches ist meine Freiheit und welche die aller anderen?

Das oben sind klassische Fragen für die Selbstreflexion, immer und immer wieder. In den persönlichen Antworte zu den Fragen liegt auch Ihr Verständnis der Verantwortung.

Persönlich ertappe ich mich dabei, immer wieder einmal zu denken: "Ok, bis dahin bin ich tot". Das ist schier zynisch, kann ja noch 30 Jahre dauern. Banal ist es auch. Ich kann mich aber 'nach' diesem Gedanken eben auch fragen:
- Was kann mein sinnvoller Beitrag noch sein?
- Wie weit kann ich Formen meines Fatalismus klein und kleinst halten und
- Dinge vorleben, die andere in ihre Zukunft stärken, ermutigen und zu einem Sinnvollen führen?

Ich wünsche einen schönen Sonntag, Beginn einer schönen Jahreszeit. Und die innerlich erarbeitete Reife einer ruhigen Hand für den Herbst ...

Herzlich
Jona Jakob