Dienstag, 28. März 2017

NZZ-Online Gastbeitrag: Kampf der Torheit - Die Schafe des Erasmus

https://www.nzz.ch/meinung/kampf-der-torheit-die-schafe-des-erasmus-ld.153105

Kampf der Torheit - Die Schafe des Erasmus


Autor: Leopold Federmair

Denken ist eine Frage des Willens zum Handeln.

Was dürfen wir nicht aus den Augen verlieren? Was muss das Primat bleiben? Es sind Fragen nach Dingen, die eher mit Offenheit, Unsicherheit, Unbestimmtheit, mit Dialektik, mit Dialog, mit einem bewussten Nicht-Wissen zu tun haben, zu dem man Ja sagen kann und soll, um sich selbst nicht zur Schlachtbank zu führen.

Auszug: 

Was Mündigkeit im einzelnen bedeutet, kann man in der «Kritik der reinen Vernunft» (Kant) nachlesen. Unter anderem bedeutet sie, dass man versucht, im Gespräch Erfahrungstatsachen zu formulieren und zu respektieren. Der Wahrheitsbegriff der Aufklärung ist nicht dogmatisch, vielmehr fordert er die Bürger auf, sich einer niemals absolut zu habenden Wahrheit im gemeinsamen Gespräch, das durchaus ein Streitgespräch sein kann, zu nähern. Die Unabschliessbarkeit solcher Prozesse ist heute für viele unerträglich geworden, sie verlangen nach raschen, kurzschlüssigen Erklärungen und einfachen Lösungen. - Leopold Feldmair

Die von Feldmair geschriebene 'Unabschliessbarkeit' hält Menschen, also Lebende und Denkende im Zustand ewiger innerer Unklarheit. Sie bringt bestenfalls erhärtete Teilstücke in Verbindung, die dem Bild von Incertum ähnlich werden - der Bruchsteinmauer. 

Ein Aushalten in Unabschliessbarkeit ist eine Haltung - und kein Versagen. - Jona Jakob

 Lesens- und bedenkenswert.

Gastbeitrag in der Neuen Zürcher Zeitung.

Kampf der Torheit - Die Schafe des Erasmus


Autor: Leopold Federmair