Samstag, 7. Januar 2017

Beherzt sein


"Beherzt ist nicht, wer keine Angst kennt, 
beherzt ist, wer die Angst kennt 
und sie überwindet."

Khalil Gibran (1883-1931)

Dieser Gedanke umfasst, was die Gedanken von Incertum ausmachen: Das Ganze. Wir Menschen haben wohl seit längster Zeit Ängste, Flucht- und Schutzreaktionen. Das ist nicht nur normal, das war immer überlebenswichtig. Angst ist also im Leben dabei.. Es macht keinen Sinn zu meinen, man könne oder müsse sie ausblenden. Viel mehr Gewinnen wir an Kompetenz, Reife und Souveränität, wenn wir unsere Angst annehmen.

Dann nämlich werden wir bewusst handlungsfähig für uns selbst. Wir kennen dann unsere Ängste, welche wir haben, wie sie sich anfühlen, wie stark sie sind und wie wir sie überwinden. Wir können mit ihnen umgehen. DAS ist Selbstkompetenz, egal wie bibbernd wir dann in Höhen taumeln, vor Schlangen zittern, bei Vorstellungen und Reden erröten. Das ist gut und bleibt ok.

Wenn man das selber so betrachten und für sich annehmen kann, so dass man wem anderem sagen kann: "Ja, davor habe ich Angst. Ich gehe so und so damit um." - das ist dann eine so schöne Eigenschaft, welche die eigene Persönlichkeit auszeichnet, ...

... beherzt zu sein - wunderbar.


Incertum versteht sich so:

- Angst oder Schutz bleiben ok.

- Ich bin und bleibe ok.

- Angst ist ein wesentlicher Baustein meines Seins. Ich kann ihn mir 'anschauen', mich damit befassen und an Kompetenz gewinnen. Ich lasse es, uns meine Angst bleibt mir wie eine unbekannte Komponente und damit irgendwie unberechenbar.

- Angst ist aber nicht mein einziger Baustein meiner Persönlichkeit. Daher steht sie in sehr unterschiedlichen Verhältnissen zu meinen anderen Wesenszügen, Stärken und Fähigkeiten. Ich kann lernen, diese zu relativieren.

- Lerne ich den Umgang mit Ängsten, kann ich oft besser
  • Situationen erkennen und analysieren
  • Meine Lage einschätzen
  • Selbstverantwortlich entscheiden, was mir gut tut, was nicht, was riskant ist
  • Ich trage mich also durchaus selbstbestimmt
  • Besonders wichtig: Ich bin weniger blockiert und weiss nicht warum oder wie raus

Ängste bleiben im Menschen eine Form der Unklarheit - und das ist einerseits gut so, und jeder Mensch bleibt mit seinen Ängsten ok. Eine Angst ist ja nicht ein 'Nicht-Können', z.B. morgen zum Vorstellungsgespräch zu gehen oder ein Geschäft zu gründen. Angst ist ein zusätzliches Gefühl von Unsicherheit - wegen Unklarheit - welches unser Können und unsere Fähigkeiten nur erst einmal ausbremst und blockiert. Daher: Ihre Fähigkeiten, Ihr Können, Ihr Ok-Sein ist da. Die Angst ich auch da. Incertum nimmt beides erst einmal an, wie es ist.

Gibran fasst es wunderbar - Was Sie davon für sich handhaben können, leben und meistern, ist Beherztheit. Vielleicht sind Sie lieber beherzt als mutig?