Mittwoch, 21. Dezember 2016

Das Leben lieben und den Tod nicht fürchten - Alexis Sorbas als Antwort auf Berlin oder sonstigen Terror.

Warum sollten wir nicht jetzt von den Griechen lernen? Warum sollte dieser alte wie lebendige Song und Tanz uns nicht einen? Was wäre falsch an dieser Geste? Nichts.

Die Handlung dreht sich um eine Kohlemine auf Kreta, um Freundschaft, Liebe, Selbstmord und Lynchjustiz. Sorbas’ Lebensmotto „Das Leben lieben und den Tod nicht fürchten“ ist das Leitmotiv des Romans. Der Autor entwickelt darin seine Philosophie, nach der wahre Freiheit darin besteht, das Leben mit allen Freuden und Katastrophen zu nehmen, wie es ist, zu kämpfen, auch wenn eine Niederlage droht, und das Beste aus jeder Situation zu machen. (Wiki)


Anthony Quinn
https://www.youtube.com/watch?v=4UV6HVMRmdk

Alexis Sorbas ist zugleich ein philosophischer, ein Entwicklungs- und ein Schelmenroman. Im Zentrum steht die Geschichte der Freundschaft zwischen einem von Selbstzweifeln geplagten, intellektuellen Verstandesmenschen und einem Lebenskünstler, der seinen Gefühlen und Instinkten vertraut und in völligem Einklang mit sich und der Welt lebt. (Wiki)


Anmerkung:

Zeitlebens hat mein Vater versucht, mir beizubringen, beides zu leben, den Verstand und eben das Leben. Das war auch sein eigenster Kampf. Er konnte wie ein Skalpell denken, verlor aber nie seine Seele an Poesie und viel versuchter Blödelei, an der er schallend scheiterte. Es war ein Zerriss - Er war ein Zerriss. Und ich blieb lang ein Unvertehender, weil ich nicht wusste, was ihm zählte: die Kunst des Könnens - oder die Kunst des Nichtschaffens. Mein Vater lehrte mich - unter anderem mit dem Film und der Filmmusik von Alexis Sorbas - zu sein und zugleich zu scheitern. Das klingt auf den ersten Moment hin nicht sehr bedacht und mag heutzutage für Selbstoptimierer schon gruselig klingen. Doch mir scheint, mit jedem besseren Jahr, dass mich mein Vater nicht den Sieg lehrte, sondern das Ganze - das Ganze. 

Das zeichnet mich heute aus und lässt mich, auch in Gedanken an die Schicksale in Berlin, wo wir am 19.12.2016 vermutlich terrorisiert wurden, dass man in Russland in selben Tagen an Chemikalien im Wodka stirbt, in Aleppo unter Beschuss und in Mexiko im Feuerwerk. Wir leben. Und wir sterben. 

Warum aber nicht den 'Sieg' und warum so viel mehr das 'Ganze'? 

Weil der Sieg seine Gefangenschaft bleibt, während das Ganze uns die Freiheit stets erhält.. . 

Jona Jakob